Altendiez -
Neue Regelung stößt bei den Ortswehren in der Verbandsgemeinde auf Unverständnis.
Grummeln in Balduinstein, Murren in Heistenbach, «keine großen Befürworter» in Altendiez: Das neue Atemschutzkonzept sorgt in der Wehr für Ärger. Hans-Jörg Neu möchte von Bürgermeister Franz Klöckner jetzt schriftlich Auskunft.
Die Regel ist so einfach wie eindeutig: Kommen zwei Atemschutzträger bei einem Brand zum Einsatz, müssen sich zwei weitere Kräfte in voller Ausstattung vor Ort für den Notfall bereithalten. Ein neues Konzept auf Verbandsgemeindeebene stellt diesen Ablauf zwar nach wie vor sicher, doch wird der Standard nur über Umwege erreicht. Und das heißt: Nachdem die Geräte unter den Ortswehren anders aufgeteilt wurden, müssen jeweils Nachbarwehren alarmiert werden, um im Ernstfall genügend Atemschutzträger zur Verfügung zu haben. Die Regelung, und vor allem die Tatsache, dass Geräte abgegeben werden mussten, kommt bei den Einsatzkräften nicht gut an.
Hans-Jörg Neu, der eine bisher unbeantwortete Anfrage an Bürgermeister Franz Klöckner richtete, sieht – wie andere Wehrführer mit ihm – einen Einsatzleiter in Gewissenskonflikte kommen, wenn am Anfang nur ein Team vor Ort ist. Kaum auszudenken, welche Vorwürfe der Feuerwehr von Betroffenen und Bevölkerung erwachsen, die ihre Leute nicht umgehend ins Feuer schickt und erst abwartet, bis genügend Verstärkung eingetroffen ist . . .
Acht Einsätze von der Personensuche bis zum Dachstuhlbrand und viele Übungen markieren den Dienstplan der Feuerwehr Altendiez im Jahr 2010. Neu dankte den Aktiven für große Einsatzbereitschaft und forderte zugleich dazu auf, das große Potenzial entsprechend zu unterstützen. Aus der Gründung einer Bambiniwehr, eigentlich für Ende des vergangenen Jahres vorgesehen, ist noch nichts geworden. Der Initiative fehlt die rechtliche Sicherheit mit einer vom Verbandsgemeinderat geschaffenen Grundlage.
Bei einem anderen Thema, das die Ortswehr seit Jahren beschäftigt, zeichnet sich eine Lösung ab: Zur Beseitigung von Ölspuren wird die Feuerwehr in Zukunft nur Erstmaßnahmen treffen können, alles Weitere muss von Spezialfirmen abgewickelt werden.
Neu: «Es gibt immer wieder neue Entwicklungen, auf die wir uns einstellen müssen. Auf Dauer stellt sich die Frage, ob nicht doch ein wasserführendes Fahrzeug nach Altendiez gehört.»
Der Wehrführer und Vorsitzende des Fördervereins (450 Mitglieder) schloss seinen Bericht mit dem Hinweis auf den Sieg beim Landesentscheid im Geschicklichkeitsfahren durch Peter Fast und der bestens dastehenden Jugendwehr mit ihren Betreuern Jürgen Röhrig und Peter Wunderlich.
2010 standen 25 Übungstermine auf dem Dienstplan und acht Einsätze, darunter vier Brände und Hilfeleistungen beim Sturm Xyntia. Die 13 Mitglieder der Jugendwehr absolvierten mit Übungsdiensten und Wettkämpfen 24 Termine. Als künftiger Nachfolger von Jugendwart Jürgen Röhrig wurde Max Mäncher als Beisitzer in den Vorstand gewählt.
Beförderungen
Die Versammlung bestätigte Hans-Jörg Neu und Holger Stein im Amt des Vorsitzenden und des Stellvertreters. Schriftführer bleibt Olaf Roßtäuscher, Stellvertreter Steffen Spitz. Kassierer Michael Doss wird von Peter Wunderlich vertreten, Gerätewart Klaus Wölbert von Reinhold Bender, der auch Vertreter der passiven Mitglieder ist. Peter Fast und Reinhold Bender wurden zu Oberlöschmeistern ernannt, Sebastian Losner und Marvin Hagen von der Jugendwehr in die aktive Wehr übernommen. Michaela Froschauer ist neue Feuerwehrfrau. Armin Flocke, Michael Froschauer, Frank Matzat und Peter Wunderlich nahmen an allen Übungen teil.
Der Terminkalender für 2011 sieht die Jubiläen in Geilnau und Dörnberg, Kreis- und Regionalentscheide im Geschicklichkeitsfahren und das Leistungsabzeichen vor.
Ortsbürgermeister Lutz Henschel überbrachte den Dank der Gemeinde für den Einsatz auch bei außergewöhnlichen Aufgaben, und Verbandsgemeinde-Wehrleiter Marcus Grün freute sich über die Anstrengungen in der Nachwuchsarbeit.
(Quelle:Nassauische Neue Presse 31.03.2011)
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